Absetzen der Hormone hat unangenehme Folgen
Schlagworte: MenopauseFrauen, die wegen Wechseljahresbeschwerden eine Hormontherapie
begonnen und diese wegen gesundheitlicher Risiken wieder abgebrochen haben, müssen mit einem
teils massiven Aufflammen der Beschwerden rechnen. Eine Nachuntersuchung bei 8.400
Studienteilnehmerinnen der Women’s Health Initiative (WHI) ergab, dass vor allen Dingen das
abrupte Absetzen der Hormone ein Wiederauftreten der Beschwerden forciert. Die im Schnitt 69
Jahre alten Frauen wurden acht bis zwölf Monate nach Beendigung der Hormontherapie befragt.
Bei jeder fünften Frau kam es nach dem plötzlichen “Entzug” zu erneuten Symptomen. Besonders
häufig waren Frauen betroffen, die bereits vor Beginn der Studie über Hitzewallungen,
Nachtschweiß, Schmerzen oder Steifigkeit klagten. In dieser Gruppe hatte jede zweite Frau
erneut Symptome. Die Hormonanwenderinnen berichteten sechsmal häufiger über mittelschwere
bis schwere vasomotorische Symptome und doppelt so häufig über Schmerzen und Steifigkeit wie
die Teilnehmerinnen eines Placeboarmes. Dauerten die Beschwerden acht bis zwölf Monate nach
Therapieende noch an, deutet dies darauf hin, dass die Empfehlungen einer kurzen und niedrig
dosierten Hormontherapie das Problem der klimakterischen Beschwerden bei vielen
perimenopausalen Frauen nicht lösen kann.
Quelle: JAMA 2005; 294: 183-193 –
Deutsches Ärzteblatt v. 13.07.05


