Frühsymptome schon Jahre vor der Diagnose
Schlagworte: AlzheimerSchon Jahre vor der eigentlichen Diagnose zeigen spätere
Alzheimer-Patienten Frühsymptome, die auf die Krankheit hinweisen. Dies berichteten jetzt
Wissenschaftler um Lars Bäckman vom Karonlinska Institute und dem Stockholm Gerontology
Research Center in der Zeitschrift Neuropsychology (2005; 19(4):520-531). Forscher des Max
Planck Instituts für Bildungsforschung, Berlin, und der School of Aging Studies der
University of South Florida, haben sich an der Studie beteiligt. Die Wissenschaftler
werteten in einer Metaanalyse 47 Studien zur Alzheimer-Demenz aus, die zwischen 1985 und
2003 erschienen sind und beurteilten dabei Daten von 1.207 Patienten, die später die
Krankheit entwickelten und 9.097 Patienten, die nicht an Alzheimer erkrankten. Die späteren
Alzheimer-Patienten zeigten durchweg bereits in der präklinischen Phase Defizite ihrer
kognitiven Fähigkeiten, ihrer Auffassungsgabe und – in geringerem Maße – der Sprache und
Aufmerksamkeit. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass in sehr frühen Phasen der Krankheit
– vor der eigentlichen Diagnose – bereits verschiedene Regionen des Gehirns betroffen und
ihre Funktionen beeinträchtigt sind. Die schwedischen Forscher wollten mit ihren
Untersuchungen auch dazu beitragen, die Alzheimer-Diagnose möglichst früh stellen zu können,
um so auch früher mit der Therapie zu beginnen. Dies ist jedoch offenbar schwierig: “Die
Defizite in der präklinischen Phase der Alzheimer-Erkrankung sind zwar sichtbar, sie
unterscheiden sich jedoch nicht qualitativ von Einschränkungen aufgrund des normalen
Alterungsprozesses”, so Bäckman. Bei den späteren Alzheimer-Patienten seien die Defizite
allenfalls tendenziell stärker.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 2. August
2005


