Kaffee die wichtigste Quelle von Antioxidanzien
Schlagworte: AntioxidanzienObst und Gemüse gelten unter anderem deshalb als gesund, weil sie viele Antioxidanzien enthalten. Eine wichtigere Quelle für diese Substanzen, die den Körper vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen soll, ist Kaffee, wie auf der Jahrestagung der American Chemical Society zu erfahren war. Kaffee enthält zwar nicht die wichtigen antioxidativen Vitamine C, E und Betacaroten, dafür ist es aber reich an Polyphenolen. Diese Antioxidanzien sind in den Nahrungsmitteln häufig an Zucker und andere Moleküle gebunden, was ihren Nachweis in bisherigen Tests erschwert hat, berichtete der Chemiker Joe Vinson von der Universität in Scranton in Pennsylvania auf der Tagung. Um objektivere Daten zu erhalten, hat Vinson die Phenole per Hydrolyse von den Trägern abgelöst, was für einige Nahrungsmittel zu höheren Inhaltsangaben führt, darunter offenbar auch für Kaffee.
Es wurde ausgerechnet, wie viele Antioxidanzien der Durchschnittsbürger mit hundert unterschiedlichen Nahrungsmitteln, einschließlich Obst, Gemüse, Gewürze, Öle und häufige Getränke zu sich nimmt. Kaffee lag nicht nur vorn, weil es ein beliebtes Getränk ist, das viele Amerikaner und auch Deutsche in steigenden Mengen zu sich nehmen. Auf eine Portion bezogen enthalte es mehr Antioxidanzien als Tee, Milch oder Schokolade, sagte der Chemiker.
Vinson verweist auf epidemiologische Untersuchungen, nach denen Kaffee eine steigende Zahl von potenziellen nützlichen Wirkungen für die Gesundheit habe. Dazu zählt der Chemiker eine protektive Wirkung gegen Leber- und Darmkrebs sowie gegen Typ-2-Diabetes mellitus und Morbus Parkinson. Es gebe aber auch Risiken, etwa ein Zittern oder Magenschmerzen, die dagegen sprechen, den Gesamtbedarf ausschließlich durch Kaffee zu decken. Eine Ausweichmöglichkeit bietet schwarzer Tee, die zweitwichtigste Quelle für Antioxidanzien in der Diät der Amerikaner, gefolgt von Bananen, Bohnen und Mais. Den höchsten Gehalt an Antioxidanzien haben den Untersuchungen zufolge Datteln, Preiselbeeren und rote Weintrauben.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 29.08.05


