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01.10.2005
News

Knochenschwund lässt Gesichter altern

Schlagworte: Knochen

 

Nicht nur schlaffes Gewebe, sondern auch schrumpfende Knochen sind für die typischen Veränderungen des Gesichts im Alter verantwortlich. Amerikanische Chirurgen von der Stanford-Universität in Palo Alto haben entdeckt, dass sich Form und Größe einiger Gesichtsknochen mit dem Alter unerwartet stark verändern und dadurch Position und Erscheinung der Weichteile wie Nase, Wangen und Stirn entscheidend beeinflussen. Diese Veränderungen betreffen zwar Frauen und Männer gleichermaßen, treten jedoch bei Frauen deutlich früher auf.
Im Laufe der Zeit erschlaffen die Gesichtszüge des Menschen: Wangen und Hals sinken herab, es bilden sich Krähenfüße und Falten. Bislang hat man dafür hauptsächlich Gewebeveränderungen verantwortlich gemacht, beispielsweise den Abbau von Kollagen, schmelzende Fettpolster, die Schwerkraft und ständige Muskelbewegungen.

Die Gesichtsknochen als ebenfalls entscheidender Faktor wurden bislang offensichtlich übersehen. Die Studie mit 60 Probanden von Shaw und Kahn zeigte nun, dass Stirnbein, Oberkieferknochen und die Knochenteile, die die Nasenöffnung umgeben, im Alter deutlich an Volumen verlieren. Bei Frauen beginnt dieser Prozess bereits zwischen 25 und 45 Jahren, bei Männern eher zwischen 45 und 65. Diese Veränderungen haben deutliche Auswirkungen auf das Aussehen des Gesichts, berichteten die Forscher: Wenn sich beispielsweise der Stirnknochen zurückzieht, senkt sich auch die Stirn und die Augenbrauen sinken unter den Rand der Augenhöhle. Dadurch wirke die Haut des oberen Augelids, als sei Luft herausgelassen worden. Die Veränderung des Oberkieferknochens führt außerdem dazu, dass die Fettpolster der Wangen nach unten und vorne rutschen und die Falten zwischen Nase und Mundwinkeln prominenter erscheinen lassen. Die Knochen im mittleren Gesichtsbereich tragen demnach sehr viel mehr zum Altern bei als bislang angenommen, so das Fazit der Chirurgen. Um ein Gesicht effektiv zu verjüngen, müsse daher nicht nur wie beim klassischen Facelift das Gewebe reduziert, sondern auch das fehlende Knochen-volumen ersetzt werden.



Quelle: ddp/wissenschaft.de