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01.10.2005
News

Sprachfunktionen verschieben sich mit dem Alter

Schlagworte: Alterserscheinungen

 

Das Sprachzentrum im Gehirn verändert mit fortschreitendem Alter seine Lage. Das haben amerikanische Forscher um Jerzy Szaflarski vom medizinischen Zentrum der Universität in Cinncinnati herausgefunden. Die Wissenschaftler untersuchten 177 rechtshändige Testpersonen im Alter von fünf bis 67 Jahren. Diese mussten im Computertomographen (CT) zu vorgegebenen Hauptworten wie Stuhl, Herd oder Löffel ein nahe liegendes Verb bestimmen. Die Aufgabe umfasste das Erkennen des Hauptwortes, die Auswahl des Verbs und schließlich das eigentliche Sprechen.

 

In den Aufnahmen des CTs konnten die Forscher die sprachaktiven Gehirnareale als farblich markierte Bereiche verfolgen. Bei den 5- bis 20-jährigen Testpersonen verschoben sich die aktiven Muster mit zunehmendem Alter immer mehr in die linke Hirnhälfte. Im Alter von 20 bis 25 Jahren läuft das Sprechen am stärksten links ab, um sich bis ins Alter wieder gleichmäßig auf beide Gehirnhälften zu verteilen, erklären die Forscher.

Szaflarski und seine Kollegen vermuten, dass die mit dem Alter zunehmenden Fehler in der sprachaktiven Hirnhälfte durch die andere Hirnseite ausgeglichen werden. Die Studie bezog nur Rechtshänder ein, da bei diesen das Sprachzentrum überwiegend in der linken Hirnhälfte lokalisiert ist. Bei Linkshändern ist die Sprache stärker verteilt.



Quelle: Online-Vorabveröffentlichung DOI 10.1002/hbm.20177 – ddp