Adipositas erhöht Schlaganfallrisiko
Schlagworte: Schlaganfall, Adipositas, BMISchon seit Längerem ist klar: Adipositas erhöht die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Erkrankungen. Widersprüchlich war die Datenlage allerdings zum Zusammenhang zwischen dem hohem BMI und einen Schlaganfallrisiko. Forscher der Universität Helsinki haben nun in einer Langzeituntersuchung bei rund 50.000 Finnen herausgefunden, dass bei Männern ein BMI zwischen 25 und 30 das Gesamtrisiko für hämorrhagische und ischämische Schlaganfälle um das 1,2-fache und bei Adipositas (BMI größer als 30) sogar um das 1,6-fache erhöht. Ähnlich war es bei der Untergruppe von Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall. Bei den Frauen hatten Untergewichtige (BMI kleiner als 18,5) insgesamt ein 1,9-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko, übergewichtige Frauen ein leicht erhöhtes Risiko (1,08-fach) und adipöse ein 1,3-faches Risiko. Bei Männern erwies sich im Gegensatz zu Frauen auch der Bauchumfang als relevanter Faktor: Männer mit dem größten Bauchumfang hatten ein doppelt so hohes Apoplexierisiko wie schlanke Männer. Etwa 200.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Rund 20 Prozent der direkt von einem Schlaganfall betroffene Patienten sterben innerhalb von vier Wochen, über 37 Prozent innerhalb eines Jahres. Der Schlaganfall ist nach Krebs- und Herzerkrankungen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.
Quelle: Arch Intern Med 167, 2007, 1420 - Ärzte Zeitung, 19.09.2007


