Abnehmen ohne Osteoporose-Gefahr
Schlagworte: Diät, CalciumEine Diät mit einem höheren Anteil an Protein aus fettarmem Fleisch und Molkereiprodukten als Quelle für Protein und Calcium trägt dazu bei, Gewicht abzunehmen, ohne gleichzeitig Knochenmasse abzubauen.
Eine Studie der Universität Illinois hat die Effekte einer proteinreichen Diät aus Fleisch- und Molkereiprodukten mit denjenigen einer herkömmlichen Diät auf der Grundlage der Ernährungspyramide verglichen. Die Ergebnisse sind besonders für Frauen im mittleren Alter interessant, die auf ihr Gewicht achten und gleichzeitig das Osteoporose-Risiko im Auge behalten müssen. Der Nachteil vieler herkömmlicher Diäten besteht darin, das sie das Risiko für Osteoporose verstärken: Oft geht der Gewichtsverlust auf Kosten der Knochenmasse. In der aktuellen Studie wurden 30 Prozent der Kalorien durch Proteine bezogen. Schwerpunkt lag dabei auf fettarmem Fleisch und Molkereiprodukten. Als Probanden dienten 130 übergewichtige Personen im mittleren Alter. Vier Monate lang erhielten sie entweder eine proteinreiche Diät oder eine konventionelle Diät mit höherem Kohlenhydratanteil auf der Grundlage der Ernährungspyramide. Bei der proteinreichen Diät wurden hochkalorische Nahrungsmittelanteile durch fettarmes Fleisch und Milcheiweiß ersetzt. Dazu erhielten die Teilnehmer fünf Portionen Gemüse und zwei bis drei Portionen Obst pro Tag. An die Diät schloss sich eine achtmonatige Nachbeobachtungsphase ohne Diät an. Die Knochendichte wurde am Beginn der Studie durch DXA-Scans des gesamten Körpers, LWS und Hüfte und anschließend nach 4, 6, 8 und 12 Monaten gemessen. Dabei zeigte sich, dass in der Proteingruppe die Knochendichte im Beobachtungszeitraum konstant blieb. Bei der konventionellen Diätgruppe dagegen nahm die Knochendichte ab. Die Unterschiede erwiesen sich als signifikant. Daraus schließen die Autoren, dass anscheinend die Kombination oder die Interaktion von Milchprotein, Calcium aus Milchprodukten und dem enthaltenen Vitamin D den Knochen vor Substanzverlusten schützt. Dieser Effekt tritt ein, obwohl bislang höhere Calciumanteile im Urin bei proteinreichen Diäten als Zeichen des Calcium- und Knochenverlustes gedeutet wurden. Thorpe und Kollegen erklären sich den erhöhten Calciumanteil im Urin eher durch verbesserte intestinale Resorption. Diese Interpretation wird auch durch frühere Untersuchungen mit ähnlichen Diäten gestützt.
Quelle: J Nutr 138 [2008] 1096-1100 – Ärztliche Praxis Online, 12.06.2008


