Geschäftsstelle: Vallstedter Weg 114A, 38268 Lengede, Deutschland | Tel.: +49 (0) 5344 - 80 33 70 | Fax: +49 (0) 5344 - 80 33 71 | gst@gsaam.de
Sie sind hier:NewsArchiv
01.08.2008
Gehirn/Demenz, News

Wie das Alter die Konsolidierung im Schlaf beeinträchtigt

Schlagworte: Gedächtnis

 

US-Hirnforscher haben eine Erklärung für die nachlassende Lernfähigkeit im Alter gefunden. Nicht die Aufnahmefähigkeit für neue Reize ist vermindert. Die tierexperimentellen Studien zeigen vielmehr, dass die Konsolidierung des Gedächtnisses im Schlaf mit dem Alter nachlässt. Nicht das Buch unter dem Kopfkissen fördert das Lernen, sondern der geruhsame Schlaf. Während der Ruhezeiten werden die tagsüber gemachten Erfahrungen aus dem Kurzzeitgedächtnis im Hippocampus immer wieder durchgespielt. Erst dadurch kommt es zur dauerhaften Speicherung im Langzeitgedächtnis. Dieser Prozess lässt sich im Tierversuch mit Hilfe von Elektroden verfolgen, welche die Aktivität des Hippocampus aufzeichnen. Hirnforscher der Universität von Arizona verglichen die Hippocampusaktivität von elf jüngeren und älteren Mäusen, während diese den Weg durch einen Irrgarten suchten. Nachts wurden die Untersuchungen bei den schlafenden Tieren wiederholt. An den Mustern der elektrischen Aktivität konnten die Forscher erkennen, dass die Tiere die neuen Erfahrungen des Tages wiederholt durchspielten. Diese Aktivität war bei den jüngeren Tieren deutlich stärker ausgeprägt als bei den älteren Tieren. Am nächsten Tag wurden die Tiere erneut in den Irrgarten gesetzt. Vor allem die jüngeren Tiere hatten ihre Lektion gelernt. Sie fanden das Ziel schneller als am vorherigen Tag. Nach Aussage der Wissenschaftler gab es eine eindeutige Korrelation zu den nächtlichen Konsolidierungsphasen im Hippocampus. Die Studie bietet einen Ansatz zur Erforschung von Medikamenten, welche die kognitiven Leistungen im Alter verbessern könnten. Hypnotika gehören nicht automatisch dazu. Nicht die Dauer des Schlafes scheint für die Lernleistungen verantwortlich zu sein, sondern die Qualität.

 

Quelle: Journal of Neuroscience Online – www.aerzteblatt.de