Führen Schlafstörungen zu Alzheimer?
Schlagworte: DemenzerkrankungenAlte Menschen mit Schlafstörungen sind möglicherweise besonders anfällig für die Alzheimersche Erkrankung oder Morbus Parkinson. Dies geht aus den Untersuchungen einer Arbeitsgruppe der University of Pennsylvania School of Medicine hervor. Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler die Reaktion von Mäusen auf Schlafentzug. Diese Tiere sind an Tag und Nacht in kurzen Perioden inaktiv. Im Durchschnitt schlafen Mäuse eine Stunde für zwei Stunden, die sie wach sind. Die Forscher nahmen den Mäusen ihre Ruhephasen durch Streicheln mit einer Bürste und durch ihre Messungen. Hierbei untersuchten sie im Abstand von drei Stunden Hirnproteine. In der Analyse der Proteine achteten die Forscher besonders auf ein System namens UPR (unfolded protein response). Dieses fungiert als eine Kontrollinstanz bei der Proteinsynthese im Endoplasmatischen Retikulum (ER). Es zeigte sich, dass die UPR bei zehn Wochen alten Mäusen einwandfrei funktionierte, was diese vor der Aggregation fehlgefalteter Proteine im ER von Zellen des zerebralen Kortex bewahrte. Bei zwei Jahre alten Mäusen hingegen versagte die UPR, wodurch sich Aggregate aus fehlerhaften Proteinen bildeten. Diese Erkenntnisse deuten nach Angaben der Wissenschaftler darauf hin, dass inadäquater Schlaf bei älteren Mäusen zur Verschlechterung bereits gestörter Schutzmechanismen führt. „Die Fehlfaltung und Aggregation von Proteinen ist mit zahlreichen Krankheiten wie etwa Alzheimer oder Parkinson assoziiert“, betonen die Forscher. „Wir vermuten derzeit, dass es auch bei älteren Menschen infolge von Schlafstörungen zu einer zusätzlichen Belastung des Proteinhaushalts kommt.“ Die Wissenschaftler wollen nun im Gegenzug ermitteln, ob es protektive Schlüsselproteine gibt, deren Häufung den Effekten des Alterns und Schlafstörungen entgegenwirken
Quelle: Journal of Neuroscience 2008; 28:6539-6548 – www.aerzteblatt.de vom 26.09.08


