Körpergewicht und Taillenumfang als Einflussfaktoren
Schlagworte: SterblichkeitsrisikoOb Übergewicht per se mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergeht, war nach den Ergebnissen früherer Studien bislang umstritten. Jetzt belegt eine neue Auswertung der EPIC-Daten, dass ein klarer Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und dem Sterblichkeitsrisiko besteht. Demnach hatten die Personen mit dem größten Taillenumfang eine doppelt so hohe Sterberate wie Menschen mit dem niedrigsten (2.259 versus 1.242 Todesfälle). Dabei ist bei Menschen um die 50 Jahre schon ein Körpergewicht am unteren Ende des Normbereichs mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden. Als wichtigstes Ergebnis kam heraus, dass das Übergewicht an sich, aber auch unabhängig davon die Körperfettverteilung das Sterblichkeitsrisiko eines Individuums beeinflussen. Normalgewichtige mit viel Bauchfett haben in knapp zehn Jahren eine ebenso hohe Sterberate wie Übergewichtige. Eine Einschätzung anhand des BMI oder des Taillenumfangs allein reicht daher nicht aus. Bauchfett sei nicht nur ein Energiespeicher, sondern produziere auch Botenstoffe, welche die Entwicklung chronischer Erkrankungen begünstigen. Auch ein durch Alterungsprozesse oder unerkannte Krankheiten bedingter Verlust der Muskelmasse komme nach Ansicht von Wissenschaftlern als Ursache für die Assoziation zwischen niedrigem BMI und erhöhtem Sterblichkeitsrisiko infrage. Menschen, die Gewicht verlieren, bauen oft mehr Muskeln ab als Fett.
Quelle: N Engl. J Med 2008 ; 359 ; 2105-2120 - Dt. Ärzteblatt 2008; 150: 827 - 833


