Gesunder Lebensstil halbiert das Risiko
Schlagworte: Schlaganfall, Bewegung, ErnährungBereits kleine Änderungen im Lebensstil können dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall deutlich zu verringern. Am besten gelingt dies durch mehr Bewegung, weniger Alkohol, mehr Obst und Gemüse und Rauchverzicht. Der Nutzen einer Lebensstiländerung geht aus den Daten einer prospektiven Studie mit mehr als 20 000 Männern und Frauen über einen Zeitraum von durchschnittlich elf Jahren hervor. Wissenschaftler aus Cambridge in Großbritannien haben die Daten der EPIC-Norfolk-Studie jetzt ausgewertet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Wer ungesund lebt, hat der Studie zufolge ein um mehr als das Zweifache erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall im Vergleich zu Menschen, die nicht rauchen, keine Bewegungsmuffel sind, nur wenig Alkohol trinken und viel Obst und Gemüse essen. Über den Beobachtungszeitraum wurden fast 600 Schlaganfall-Episoden registriert, fast 170 Schlaganfallpatienten starben an den Folgen. Nach Berücksichtigung unter anderem des Alters und Geschlechts der Studienteilnehmer, deren BMI und Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht, errechneten die britischen Statistiker ein relatives Risiko für einen Schlaganfall von 2,31 bei jenen Studienteilnehmern, die ungesund leben im Vergleich zu jenen, die
• nicht rauchen,
• wenigstens einmal am Tag für 30 Minuten zum Beispiel Fahrrad fahren oder schwimmen,
• pro Woche maximal 100 g Alkohol trinken und
• mindestens fünf Mal täglich Obst und Gemüse verzehren und dadurch im Blut einen Vitamin-C-Gehalt von mindestens 50 μmol/l haben.
Die Forscher erinnern daran, dass es zwar keinen Zweifel daran gibt, durch Ausschalten von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Vorhofflimmern Schlaganfälle effektiv verhindern zu können. Viele Menschen erlitten jedoch einen Schlaganfall, ohne diese Risikofaktoren zu haben. Stattdessen lebten sie nur ungesund.
Quelle: EPIC-Norfolk-Studie, BMJ 338, 2009, b349 - veröffentlicht: www.aerztezeitung.de, 20.02.2009


